Teil eines Werkes 
2. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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Aruies, ſanftes Geſchöpf, deſſen Herz bis zu dieſer Stunde nur bedrückt worden war.

Coſette ging ernſt, machte die Augen weit auf und be⸗ trachtete den Himmel. Ihr Goldſtück hatte ſie in die Taſche ihrer neuen Schürze geſteckt. Von Zeit zu Zeit bückte ſie ſich und richtete auf daſſelbe einen Blick; dann ſah ſie den alten Mann an. Sie fühlte ſo etwas, als ob ſie Gott nahe ſei.

X. Wer das Beſte ſucht, findet das Schlimmſte.

Die Thénardier hatte ihrer Gewohnheit nach ihren Mann gewähren laſſen. Sie erwartete große Creigniſſe. Als der Mann und Coſette ſich entfernt hatten, ließ Thé⸗ nardier eine lange Viertelſtunde verfließen; dann nahm er ſie bei Seite und zeigte ihr die fünfzehnhundert Francs.

„Was ſoll das?“ ſagte ſie.

Es war zum erſten Male ſeit dem Beginn ihrer Ehe, daß ſie es wagte, eine Handlung ihres Gebieters zu tadeln.

Der Schlag traf.

„Wirklich, Du haſt Recht,“ ſagte er;„ich bin ein Dummkopf geweſen. Gieb mir meinen Hut.“

Er faltete die drei Bankbillets zuſammen, ſteckte ſie in die Taſche und verließ haſtig das Haus; allein er ſchlug irrthümlich zunächſt den Weg zur Rechten ein. Einige Nachbarn, bei denen er ſich erkundigte, brachten ihn auf die