Halb aus Quadern, halb aus Ziegelſteinen aufgeführte Mauern faſſen denſelben auf drei Seiten ein. Die vierte Seite iſt offen und hier ſchöpfte man das Waſſer. Von dem Geſtell, welches über den Brunnen ein Dach bildete, ſteht nur noch das Gebälke. Beugt man ſich über eine der Seitenwände, ſo blickt man in einen gemauerten Cylinder, der von Dunkelheit erfüllt iſt. Der Grund der Mauern verſchwindet ringsumher in einem Walde von Neſſeln.
Der Brunnen hat keine Winde, keine Kette, keinen Eimer mehr, aber es ſteht an demſelben noch ein ſteinerner Trog, m welchem ſich das Regenwaſſer ſammelt und aus dem dann von Zeit zu Zeit ein Vogel des benachbarten Waldes ſeinen Durſt ſtillt.
Ein Haus unter dieſen Trümmern, das Haus des Pachthofes, iſt noch bewohnt. Die Thür dieſes Hauſes geht auf den Hof. Neben einem hübſchen Schilde von gothiſcher Schloſſerarbeit iſt auf dieſer Thür als Klopfer eine eiſerne Hand angebracht. In dem Augenblick, als der hannoverſche Lieutenant Wilda dieſen Klopfer ergriff, um ſich in das Pachtgebäude zu flüchten, hieb ein franzöſiſcher Sappeur ihm mit ſeiner Axt die Hand ab.
Der Großvater der Familie, welche dieſes Haus be⸗ wohnt, war der ehemalige Gärtner van Kylſom, der ſchon längſt geſtorben iſt. Eine Frau mit grauem Haar ſagte zu dem Wanderer:
„Ich war hier. Ich war damals drei Jahr alt. Meine ältere Schweſter fürchtete ſich und weinte. Man trug uns nach dem Walde. Ich lag in den Armen meiner Mutter. Man legte ſich mit dem Ohre auf den Boden, um zu hor⸗ chen. Ich machte die Kanonen nach, indem ich wiederholte: Bumm! Bumm!“
Eine Thür links auf dem Hofe führte in den Obſt⸗ garten.
Dieſer war entſetzlich.


