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„Meine Schweſter,“ ſagte er,„Sie ſind allein in dieſem Zimmerd 4
Es entſtand ein entſetzlicher Augenblick, während deſſen die arme Thürhüterin ſich einer Ohnmacht nahe fü hlte.
Die barmherzige Schweſter erhob die Augen und ant⸗ wortete:
„Ja.“
Alſo,“ fuhr Javert,„entſchuldigen S Sie, wenn ich noch weiter frage, aber es iſt meine Pflicht. Haben Sie dieſen Abend nicht eine Perſon geſehen, einen Mann— er iſt ent⸗ ſprungen— wir ſuchen ihn— dieſen Jean Valjean— haben Sie ihn nicht geſehen?“
Die Schweſter antwortete:
„Nein.“
Sie log. Sie log zwei Mal hintereinander, Schlag auf Schlag, ohne zu zögern, raſch, ſo wie man ſich opfert.
„Verzeihung,“ ſagte Javert, und zog ſich mit einem tiefen Gonhe zurück.
„O, heiliges Mädchen, Du biſt ſeit vielen Jahren nicht mehr auf dieſer Erde; Du biſt in dem Lichte mit Deinen Schweſtern, den Jungfrauen, und Deinen Brüdern, den Engeln, vereinigt; dieſe Lüge möge Dir in dem Paradieſe angerechnet werden.
Die Verſicherung der Schweſter war für Javert etwas ſo Entſcheidendes, daß ihm nicht einmal die Sonderbarkeit des ausgeblaſenen und auf dem Tiſche rauchenden Lichtes auffiel.
Eine Stunde darauf entfernte ſich ein Menſch, rraſch durch die Bäume und die Dunkelheit hinſchreitend, von M. am M. in der Richtung gegen Paris. Dieſer Menſch war Jean Valjean. Durch das Zeugniß von zwei oder drei Kärrnern, die ihm begegneten, iſt erwieſen worden, daß er ein Päckchen trug und mit einer Blouſe bekleidet war.
Woher hatte er dieſe Blouſe genommen? Man hat es 16*


