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Valjean blies das Licht aus und ſtellte ſich in dieſen Winkel.
Die Schweſter Simplicia ſank neben dem Tiſche auf die Kniee.
Die Thür öffnete ſich.
Javert trat ein.
Man hörte das Geflüſter mehrerer Menſchen und die Betheuerungen der Thürhüterin in dem Gange.
Die Nonne richtete die Augen nicht empor. Sie betete.
Das Licht ſtand auf dem Kamin und verbreitete nur einen ſchwachen Schein.
Javert bemerkte die Schweſter und blieb verwundert ſtehen.
Man erinnert ſich, daß die Grundlage Javerts, ſein eigentliches Element die Verehrung jeder Autorität war. Er war wie aus einem Stücke gegoſſen und gab weder Widerſpruch noch Ausnahmen zu. Für ihn war wohlver⸗ ſtanden die kirchliche Autorität die erſte von allen; er war religiös, oberflächlich und entſchieden in dieſem Punkte, wie in jedem andern. In ſeinen Augen war ein Prieſter ein Geiſt, der ſich nie täuſcht, eine Nonne ein Geſchöpf, das nie ſündigt. Es waren Seelen, eingemauert in dieſer Welt, mit einer einzigen Thür, die ſich nie anders öffnete, als um die Wahrheit hinauszulaſſen.
Als er die Schweſter bemerkte, war ſeine erſte Regung, ſich zurückzuziehen.
Indeß gab es noch eine andere Pflicht, die ihn feſſelte und die ihn gebieteriſch in entgegengeſetzter Richtung vor⸗ wärts trieb. Seine zweite Bewegung war, zu bleiben und wenigſtens eine Frage zu wagen.
Es war jene Schweſter Simplicia, die in ihrem ganzen Leben nicht gelogen hatte. Javert wußte dies und verehrte ſie ganz beſonders deshalb.


