Teil eines Werkes 
1. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Tages war die Nonne wieder Weib geworden. Sie hatte geweint; ſie zitterte.

Jean Valjean hatte einige Zeilen auf ein Papier ge⸗ ſchrieben, das er der Nonne reichte, indem er ſagte:

Meine Schweſter, Sie werden dies hier dem Herrn Pfarrer übergeben.

Das Papier war entfaltet. Sie richtete die Augen darauf.Sie können es leſen, ſagte er.

Sie las:Ich bitte den Herrn Pfarrer, über Alles das zu wachen, was ich hier zurücklaſſe. Er wird die Güte haben, die Koſten meines Prozeſſes und die Beerdigung des Mädchens zu beſtreiten, die heute geſtorben iſt. Das Uebrige gehört den Armen.

Die Schweſter wollte ſprechen, aber ſie konnte kaum einige unarticulirte Töne hervorſtammeln. Dennoch gelang es ihr, zu ſagen:

Wünſchen der Herr Maire nicht noch zum letzten Male die arme Unglückliche zu ſehen?

Nein, ſagte er,man iſt auf meiner Verfolgung be⸗ griffen, und wenn man mich in ihrem Zimmer verhaftete, ſo würde das ſie ſtören.

Er hatte kaum ausgeſprochen, als ein großer Lärm auf der Treppe entſtand. Sie hörten tumultuariſche Schritte, welche herauf kamen, und die alte Thürhüterin, welche mit lauter und durchdringender Stimme rief:

Mein guter Herr, ich ſchwöre Ihnen bei dem guten Gotte, daß den ganzen Tag, den ganzen Abend Niemand hier eingetreten iſt, und daß ich meine Thür nicht verlaſſen habe.

Ein Mann antwortete:

Aber es iſt doch Licht in jenem Zimmer.

Sie erkannten die Stimme Javert's.

Das Zimmer war ſo eingerichtet, daß die Thür, wenn ſie geöffnet wurde, den rechten Mauerwinkel verdeckte. Jean Die Elenden. II 16