Teil eines Werkes 
1. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Er warf einen Blick rings umher, auf ſeinen Tiſch, ſeinen Stuhl, ſein Bett, welches ſeit drei Tagen nicht ein⸗ geriſſen worden war. Es blieb keine Spur von der Un⸗ ordnung der vorletzten Nacht. Die Thürhüterin hatte die Stube in Ordnung gebracht. Nur hatte ſie aus der Aſche die beiden Eiſenſpitzen des Stockes und das durch das Feuer geſchwärzte Vierzig-Sousſtück genommen und geſäubert auf den Tiſch gelegt.

Er nahm ein Blatt Papier und ſchrieb auf daſſelbe: Dies ſind die beiden eiſernen Enden meines Stockes und das dem kleinen Gervais geſtohlene Vierzig⸗Sousſtück, von denen ich vor dem Aſſiſenhofe geſprochen habe. Auf dieſes Papier legte er das Silberſtück und die beiden Eiſenſtücke, ſo daß ſie das Erſte ſein mußten, was man bemerkte, wenn man in das Zimmer trat. Er nahm aus einem Schranke ein altes Hemd und zerriß es. In die Stücke wickelte er die beiden ſilbernen Leuchter. Bei alle dem zeigte er weder Haſt noch Unruhe. Während er die Leuchter des Biſchofs einwickelte, biß er in ein Stück ſchwarzes Brod. Wahr⸗ ſcheinlich war es das Gefängnißbrod, das er bei ſeiner Flucht mitgenommen hatte.

Dies wurde durch die Brodkrumen bewieſen, die man am Fußboden des Zimmers fand, als die Juſtiz ſpäter eine Nachſuchung hielt.

Es ertönten zwei leiſe Schläge an die Thür.

Herein! ſagte er.

Es war die Schweſter Simplicia.

Sie war blaß, hatte rothe Augen, und das Licht, das ſie hielt, zitterte in ihrer Hand. Die Gewaltthätigkeiten des Schickſals haben das Eigenthümliche, daß ſie das In⸗ nerſte der menſchlichen Natur an das Licht ziehen und es zwingen, äußerlich zu erſcheinen, ſo vervollkommnet oder ſo erkaltet wir auch ſein mögen. Bei den Aufregungen des