—
—
244
nie erfahren. Indeß war einige Tage zuvor ein alter Arbeiter in der Krankenanſtalt der Fabrik geſtorben, nichts hinterlaſſend, als ſeine Blouſe. Es war vielleicht dieſe.
Ein letztes Wort über Fantine.
Wir Alle haben eine Mutter, die Erde. Man gab Fantinen dieſer Erde zurück.
Der Pfarrer glaubte recht zu thun, und er that viel⸗ leicht recht, indem er von dem, was Jean Valjean ihm überlaſſen hatte, ſo viel Geld als möglich für die Armen zurückbehielt. Um was handelte es ſich denn auch übrigens? Um einen Galeerenſträfling und eine öffentliche Dirne. Des⸗ halb vereinfachte er die Beerdigung Fantinens bis auf das unbedingt Nothwendige, was man das gemeinſchaftliche Grab nennt.
Fantine wurde daher in der unentgeltlichen Ecke des Kirchhofs beerdigt, die aller Welt und Niemand gehört, und wo man die Armen aus dem Geſicht verliert. Zum Glück weiß Gott, wo er die Seele wiederzufinden hat. Man bettete Fantine im Dunkeln unter die erſten beſten Ge⸗ beine; ſie erduldete die Vermiſchung der Aſche. Sie wurde in die öffentliche Grube geworfen. Ihr Grab glich ihrem Bett.
Ende des zweiten Bandes und der erſten Abtheilung.
Druck von R. Genſch in Berlin.


