Teil eines Werkes 
1. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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daß die Schweſter Simplicia, die einzige Zeugin deſſen, was vorging, oft erzählt hat, in dem Augenblicke, als Jean Val⸗ jean in das Ohr Fantinens flüſterte, hätte ſie deutlich ein unausſprechlich freudiges Lächeln auf den bleichen Lippen und in den ſtarren Augen bemerkt, wie erfüllt von dem Staunen des Grabes.

Jean Valjean nahm in beide Hände den Kopf Fan⸗ tinens, legte ihn auf dem Kopfkiſſen zurecht, wie eine Mutter es mit ihrem Kinde gemacht haben würde, befeſtigte dann die Bänder ihres Hemdes und ſchob ihr die Haare un⸗ ter die Haube. Als dies geſchehen war, drückte er ihr die Augen zu.

Das Geſicht Fantinens ſchien in dieſem Augenblicke auf eine eigenthümliche Weiſe verklärt zu ſein.

Der Tod iſt das Eintreten in das helle Licht.

Die Hand Fantinens hing zu dem Bett heraus. Jean Valjean kniete vor dieſer Hand nieder, erhob ſie leiſe und küßte ſie.

Dann richtete er ſich wieder empor, wendete ſich zu Javert und ſagte:

Jetzt gehöre ich Ihnen.

V.

Ein paſſendes Grab.

Javert brachte Jean Valjean nach dem Stadtgefängniß. Die Verhaftung des Herrn Madeleine bewirkte in M. am M. eine außerordentliche Aufregung, oder um richtiger