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1 In einer Ecke des Zimmers ſtand eine alte eiſerne Bettſtelle in ziemlich ſchlechtem Zuſtande und dazu beſtimmt, ’ den barmherzigen Schweſtern als Lagerſtätte zu dienen, wenn ! ſie wachten. Jean Valjean ging auf dieſes Bett zu, riß im ne Nu die obere ſchon ſehr lockere Stange ab, etwas ſehr die Leichtes für Muskeln wie die ſeinigen, nahm das Eiſen in eit die volle Hand und ſah Javert an. Javert wich gegen die Thür zurück. ⸗ Seine Eiſenſtange in der Fauſt, ging Jean Valjean ter langſam auf das Bett Fantinens zu. Als er es erreicht hatte, wendete er ſich zu Javert und ſagte mit einer Stimme, ein die man kaum hören konnte: be,„Ich rathe Ihnen nicht, mich in dieſem Augenblicke zu e8, ſtören.“ 4 So viel iſt gewiß, daß Javert zitterte. de Er hatte einen Augenblick den Gedanken, die Wache zu rt 6 rufen, aber Jean Valjean konnte dieſe Minute benutzen, um ⸗ zu entfliehen. Er blieb daher, nahm ſeinen Stock bei dem ne unteren Ende und lehnte ſich an die Brüſtung der Thür, , ohne den Blick von Jean Valjean abzuwenden. in⸗ Jean Valjean ſtützte ſeinen Ellenbogen auf das Kopf⸗ ende der Bettſtelle, legte ſeine Hand an die Stirn und be⸗ uuf trachtete Fantine, die regungslos und ſtarr dalag. en So blieb er in Gedanken verſunken, ſtumm und offen— bar an nichts in dieſem Leben denkend. Es lag in ſeinem Geſicht und in ſeiner ganzen Haltung weiter nichts mehr, 8, als ein unausſprechliches Mitleid. Nach einigen Augenblicken 68 dieſer Träumerei neigte er ſich zu Fantine nieder und ſprach leiſe zu ihr. Was ſagte er ihr? Was konnte dieſer verworfene n. Menſch dieſem todten Weibe ſagen? Was waren das für en Worte? Niemand auf Erden hat ſie gehört. Hörte die 3 Todte ſie? Es giebt rührende Illuſionen, welche vielleicht
erhabene Wirklichkeiten ſind. So viel iſt außer Zweifel,


