Teil eines Werkes 
1. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

233

Javert hatte in der That Jean Valjean beim Kragen gepackt.

Herr Maire! rief Fantine.

Javert lachte laut auf, mit jenem entſetzlichen Lachen, welches alle ſeine Zähne zeigte.

Es giebt hier keinen Maire mehr!

Jean Valjean verſuchte nicht, die Hand, die ſeinen Kragen hielt, loszumachen. Er ſagte:

Javert

Javert fiel ihm in das Wort:Nenne mich, Herr Inſpektor!

Mein Herr, entgegnete Jean Valjean,ich möchte Ihnen heimlich ein Wort ſagen.

Laut! Sprich laut! entgegnete Javert.Zu mir ſpricht man ganz laut!

Jean Valjean fuhr mit leiſer Stimme fort:

Ich möchte eine Bitte an Sie richten.

Ich ſage Dir, Du ſollſt laut ſprechen!

Aber es darf nur von Ihnen allein gehört werden.

Was kümmert das mich! Ich höre auf nichts!

Jean Valjean wendete ſich zu ihm und ſagte raſch und ſehr leiſe:

Gewähren Sie mir drei Tage! Drei Tage, um das Kind dieſes unglücklichen Mädchens zu holen! Ich zahle, was nöthig iſt. Sie begleiten mich, wenn Sie wollen.

Du willſt Dich über mich luſtig machen! rief Javert. Ei, ich hielt Dich nicht für ſo dumm. Du verlangſt drei Tage, um davon zu gehen! Du ſagſt, das geſchieht, um das Kind dieſes Mädchens zu holen? Ha! ha! ha! Das iſt

gut! Das iſt wirklich gut!

Fantine erbebte. Mein Kind! rief ſie.Mein Kind holen! Es iſt alſo nicht hier? Meine Schweſter, antworten Sie mir, wo