Teil eines Werkes 
1. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Es lag in dem Tone, der dieſe beiden Worte begleitete, etwas Wildes und Wahnſinniges. Keine Orthographie könnte den Ton wiedergeben, mit welchem die Worte geſprochen wurden. Es waren keine menſchlichen Laute mehr, ſondern es war ein wildes Gebrüll.

Er handelte nicht wie gewöhnlich; er ging nicht in die Sache ein; er zeigte den Verhaftsbefehl nicht vor. Für ihn war Jean Valiean eine Art geheimnißvollen und unfaßbaren Kämpfers, eine finſterer Ringer, den er ſeit fünf Jahren gehaßt hatte, ohne ihn niederwerfen zu können. Dieſe Ver⸗ haftung war nicht ein Anfang, ſondern ein Ende. Er be⸗ gnügte ſich damit, zu ſagen:Komm! Raſch!

Indem er ſo ſprach, that er keinen Schritt; er richtete auf Jean Valjean jenen Blick, den er wie einen Haken aus⸗ warf und mit dem er die Elenden heftig zu ſich zu reißen pflegte.

Es war dieſer Blick geweſen, den Fantine zwei Mo⸗ nate zuvor bis in das Mark ihrer Knochen hatte dringen fühlen.

Bei dieſem Rufe Javerts öffnete Fantine die Augen wieder. Aber der Herr Maire war ja da; was hatte ſie alſo zu fürchten?

Javert trat in die Mitte des Zimmers vor und rief:

Nun! Wirſt Du kommen?

Die Unglückliche blickte umher. Es war Niemand zu gegen, als die Nonne und der Herr Maire. An wen konnte dieſes barſcheDu gerichtet ſein? Nur an ſie. Sie erbebte.

Nun ſah ſie etwas Unerhörtes, ſo unerhört, daß ihr ſelbſt in dem finſtern Delirium des Fiebers nie etwas Aehn⸗ liches erſchienen war.

Sie ſah den Polizeiſpion Javert den Herrn Maire beim Kragen faſſen; ſie ſah den Herrn Maire den Kopf beugen. Es ſchien ihr, als verſchwinde die Welt.