Teil eines Werkes 
1. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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14.

ein Stückchen Holz genommen, das ihr als Spaten diente, und grub entſchloſſen einen Graben, gut für eeine Fliege. Was der Todtengräber thut, wird lachend, wenn ein Kind es thut.

Die beiden Frauen fuhren fort, zu plaudern.

Wie heißt denn das kleine Ding?

Coſette.

Coſette leſe man Euphraſia. Die Kleine hieß Eu⸗ phraſia. Aber aus Euphraſia hatte die Mutter Coſette ge⸗ macht, mit jenem milden, anmuthigen Inſtinkt der Mütter und des Volks, welcher Joſepha in Pepita und Franciska in Sillette verwandelte. Das iſt eine Art der Abſtammungen, welche die Wiſſenſchaft der Etymologen ſtört und verwirrt. Wir haben eine Großmutter gekannt, der es gelungen war, aus Theodor Gnon zu machen.

Wie alt iſt ſie?

Sie geht in das dritte Jahr.

Wie meine Aelteſte.

Indeß hatten die drei kleinen Mädchen ſich in eine Gruppe zuſammengedrängt, welche Angſt und Glück zugleich verrieth; es hatte ein Ereigniß ſtattgefunden; ein großer Käfer war aus der Erde gekommen, ſie fürchteten ſich davor und waren entzückt darüber.

Ihre leuchtenden Stirnen berührten ſich; es war, wie drei Köpfe von einem Heiligenſchein umgeben.

Die Kinder, rief Mutter Thénardier, wie das ſich ſo ſchnell kennen lernt! Man ſollte darauf ſchwören, es wären drei Schweſtern!

Dieſe Worte waren ein Funke, den die andere Mutter wahrſcheinlich erwartete. Sie ergriff die Hand der Thé⸗ nardier, ſah ihr feſt in das Geſicht und ſagte:

Wollen Sie mir mein Kind bewahren?

Die Theénardier empfand eine jener Regungen der Ueberraſchung, welche weder Zuſtimmung noch Weigerung ſind.