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Neue Novellen : Slg. 2 / [Paul Johann Ludwig Heyse]
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nicht gekommen, ich ſtände wohl noch da; du hätteſt denn inzwiſchen aufgemacht. Ich ſchäme mich jetzt beinahe, wie ich im hellen Aerger und Grimm da von ging und die Nacht hindurch einen langen Traum von dir hatte.

Ich habe im Finſtern geſeſſen und gewacht, ſagte ſie.Gegen Morgen überfiel mich ein Schlaf, und als ich auffuhr und in die Sonne ſah wo wart Ihr? Es ſagte mir's Keiner und fragen konnt' ich nicht. Ich hatte einen ſolchen Haß, ein menſch liches Geſicht zu ſehen, als hätten ſie Euch umge bracht, damit ich Euch nur nicht mehr ſähe. Ich lief fort, wie ich ging und ſtand, die Berge auf und ab, zuweilen ſchrie ich nach Euch, zuweilen verwünſchte ich Euch, denn um Euch konnte ich nun keinen Men ſchen mehr lieben. Am Ende kam ich unten in der Ebene an, da erſchrak ich und kehrte wieder um. Zwei Tage war ich weg geweſen. Der Vater ſchlug mich, als ich wiederkam, und die Mutter ſprach nicht mit mir. Sie wußten wohl, warum ich weggelaufen war. Nur der Hund war mit mir geweſen, der Fuoco; aber wenn ich Euern Namen rief in der Einſamkeit, heulte er.