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Der Pfarrer wandte ſich einen Augenblick nach ihr um, er ſahe ſie an, und er ſchien Alles zu verſtehen. Es giebt Zeiten, wo die ſtumme Sprache des Antlitzes ſo lebendig, ſo überirdiſch lebendig geworden iſt, ſeltene Stunden, wo die Gewalt des innern Gefühls jeden Nerv, jede Muskel in ihren Dienſt genommen hat, wo jeder Zug wie ein feuriger Buchſtabe redet— hier war ſolch ein Augenblick eingetreten.
Alle Anweſenden ſchloſſen ſich, durch einen innern Zug beſtimmt, der heiligen Feier an, und vielleicht ahnte der Pfarrer, daß er eben zwei wilde Sünder in die Gemeinde der Heiligen aufnahm und eine ewige Verſöhnung zwiſchen zwei getrennten Herzen beſiegelte.
Der Pfarrer ſegnete den Sterbenden dann noch einmal, noch einmal hörte Ellis ſein Ja, als der Geiſtliche ihn nach dem Grunde ſeines Glaubens und ſeiner Hoffnung fragte, und ſie legte darauf ſanft ihre Hand in die Heinrichs. Er lächelte ſtill zu ihr auf. Sie hatte ihm nicht geſagt, daß ſie ihm vergeben hätte, aber er wußte es—; er hatte ihr nicht geſagt, wie viel er ihr abzubitten habe, aber ſie wußte es.—
Und dann athmete er noch einmal auf, der alte Vater legte ihm gerade ſeine kühle Hand auf die brennende Stirn, und rief dann leiſe:„Der Herr Jeſus ſei mit mir und mit Euch!“ und dann war er hinüber.
Der Pfarrer und Ellis und der alte Bauer knieten vor dem Bette nieder, der Baron folgte ihrem Beiſpiele. Eine lange, lange Weile— dann erhoben ſie ſich wieder.—
Sie hatten den Leib in die Erde verſenkt und ein Kreuz auf das Grab geſtellt. Da lag er nun, auch unter Linden, auch am Rande des Kirchhofes, ſeine Ruheſtatt ſahe faſt aus,
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