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Enguerrand von Lamalgue : der letzte Troubadour der Provence / von George Hesekiel
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97 Der Kranke wandte den Kopf von der Wand weg gegen das Zimmer. Seine matten Augen öffneten ſich, ſie ſuchten. Da legte der alte Vater ſeine Hand in die des Sohnes und ſagte mit halb erſtickter Stimme:

Heinrich, mein Sohn! Weiter konnte er nichts ſprechen.

Mein Sohn ſprach Heinrich ihm leiſe nach.Ich habe wieder einen Vater! Aber Ellis rührte ſich nicht von ihrem Platze an der Thür, und Niemand wagte es, ſie an das Bett zu führen. Da trat der Pfarrherr des Dorfes ein, vom Küſter gefolgt, um das heilige Sacrament dem Sterben⸗ den zu reichen.

Ein weiß behangenes Tiſchchen wurde an das Bett ge rückt und der Kelch und die Oblatenſchale darauf geſetzt. Der Kranke faltete ſchnell die Hände, er ſahe die heiligen Gefäße, er wußte, wozu ſie hier ſtanden.

Der Pfarrer legte die Hand auf die Stirn des Kran⸗ ken, und, indem er ihn bei Namen rief, begann er die Vorbereitung. Ellis hatte den Kopf erhoben, mit ängſt⸗ lich geſpannter Miene horchte ſie auf jedes Wort, und als ſie das erſte Ja! hörte, das die matte Stimme des Kranken auf des Paſtors Fragen ausſprach, da richtete ſich ihr blaues, frommes Ange nach Oben; ſie dankte und lobte; hatte er doch ſeine Sünden bekannt; hatte ſie doch einen Anfang von Gewißheit, daß er anders geworden war.

Und ſo trat ſie leiſe, aber mit innerer Feſtigkeit, näher, an den Fuß des Bettes, und in dem Augenblick, wo der Paſtor an ihn die ernſtliche Frage wiederum richtete:Sind Dir Deine Sünden leid? da ſahe er in ihr Angeſicht. Sie lächelte ſo kindlich, ſo rein und doch ſo ſchmerzlich mit weinenden Augen tönte das Ja! des Kranken.