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Enguerrand von Lamalgue : der letzte Troubadour der Provence / von George Hesekiel
Entstehung
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zurück und ſchloß die Augen wieder. Er war ſogleich in einen todtenähnlichen Schlaf gefallen. Der Baron betrachtete ihn eine Weile, er war, man ſah es, im tiefſten Herzen erregt; dann hob er ihn ſanft auf, legte ihn auf ſeine ſtarken Arme und trug ihn in eines der Häuſer am Markte, wo er für ihn eine vereinſamte Stube und ein Bett fand.

Es iſt tief in der Nacht. Die Lampe, welche hinter einem großen, aufgerichteten Buche, einem Nothbehelf für den hier mangelnden Lichtſchirm, ſteht, brennt matt, an dem im Dunkeln ſtehenden Bette ſitzt der Baron, ſein Auge feſt und unabläſſig auf den Kranken gerichtet. Bald giebt er ihm zu trinken, bald rückt er ihm die Kiſſen zurecht, bald bereitet er friſche Umſchläge für ihn. Heinrich aber weiß von Allem nichts, was ſein Freund mit ihm beginnt: er liegt im hef⸗ tigſten Wundfieber und phantaſirt mit lauter Stimme. Der Baron hört mit Spannung auf ſeine Worte, und nach und nach wird ihm die ganze Vergangenheit ſeines Freundes klar. Er ſieht, daß es nicht bloß ein Menſch iſt, den Andere mit ihrer Lüge und ihrem Verrath unglücklich gemacht, ſondern der ſelbſt den Grund ſeines Unglücks durch Lüge, Verrath und Untreue gelegt hat. Er wird von den wilden Aus⸗ brüchen einer faſt verzweifelnden Reue erſchüttert, die aus allen Phantaſien des Kranken hervortritt.

Heinrich ringt in der dumpfen Betäubung ſeines Fiebers die Hände, zitternd und ſchweißtriefend, und immer von neuem ruft er mit hohler, erſchöpfter Stimme:

Sie hat aufgehört, um mich zu weinen, ſie hat aufgehört, für mich zu beten, ſie will zum alten Herrn Prediger gehen!

Da richtet er ſich im höchſten Fiebekſchauer plötzlich halb