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verwandt werden, auf einander geſchichtet in oft künſtleriſcher Fügung, und man bemerkt an Allem leicht, daß hier eine ſcharfſinnige, vordenkende Berechnung in der geſammten An⸗ ordnung des Aufſtandes thätig war.
Auf dem Marktplatze der Altſtadt iſt der Brennpunkt der Revolution. Er iſt mit Strohbündeln hoch bedeckt. Hier findet man Reihen von Pferden, für die Adjutanten der Re⸗ volution beſtimmt, Gewehre, Senſen, Säbel, Munition, Brannt⸗ weinfäſſer, Marktbuden, aus welchen eine wetterdichte Woh⸗ nung in aller Eile hergeſtellt iſt. Dazwiſchen die bivouac⸗ quirenden Soldaten der Emeute, oft ſchauerliche Geſichter, mehr Bart als Haut, ſchwer betrunken, gräßlich fluchend. Es iſt Abend geworden, der Abend des ſechsten Mai's 1849, ein Tag, den Dresden nicht vergeſſen wird.
Das Rathhaus iſt hell erleuchtet. Hier hat„die pro⸗ viſoriſche Regierung“ ihren Sitz genommen, hier werden die vornehmeren Gefangenen bewahrt, welche man gemacht hat; hier iſt der„große Generalſtab der mitteldeutſchen Revolution.“ Meldungen gehen hin und her. Hier bittet eine Barricade um Verſtärkung; da wird die Ankunft zweier Geſchütze vom Lande her gemeldet; dort ſtürzt ein verzweifeltes Weib hinein und bittet um Erbarmen und Hülfe, denn eben zünden die betrunkenen Banditen ihr Haus an und mit ihren Betten und Schränken unterhalten ſie das hochpraſſelnde Feuer. Man ſtößt ſie weg, denn das geſchieht auf Befehl, das Palais des Prinzen Johann, das noch in der Gewalt des Militairs iſt, ſoll durch dieſe Flammen erreicht und zerſtört werden.
An einem großen Tiſche, über dem Ampeln hangen, ſitzt das Kleeblatt der blutrothen Regierung, von Freunden und Rath⸗ gebern umdrängt. Vor ihnen Schreibzeuge, Flaſchen, Piſtolen, „Dolche, Cigarren, aufgeriſſene Briefe, Placate..... Hinter dem Stuhle des Einen lehnt eine hohe blaſſe Geſtalt; es iſt


