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Enguerrand von Lamalgue : der letzte Troubadour der Provence / von George Hesekiel
Entstehung
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Monsieur la Palice est mort, Un quart d'heure avant sa mort Il était en vie encore!*)

Ja, wer des guten, dicken La Palice Portrait im Louvre geſehen, der wird begreifen, welche namenloſe Qual es ihm ſein mußte, fort und fort von ſeinem Tode ſingen zu hören, der wird begreifen, welche diaboliſch be⸗ rechnete Bosheit in dem anſcheinend ſo unſchuldigen Re⸗ frain liegt.

In der Provence ſingt Alles, von dem Meer bis zu den Bergen, darum war Herr Enguerrand's Lied eine ſo gewaltige Waffe. Auch heut ſchmiedete der Dichter einen neuen Pfeil, dem Marſchall Mirepoix beſtimmt, der durch die Provence zog mit ſeinen Dragonern, um den heimlichen Proteſtanten einen Schrecken einzuflößen, denn das Edict von Nantes war aufgehoben auf Andringen der Maintenon und die Proteſtanten wurden maſſenhaft vertrieben. Herr Enguerrand war ein guter katholiſcher Chriſt, aber die ächt franzöſiſchen Fanfaronaden des Marſchalls von Mi⸗ repoir ärgerten ihn und er ſah in den Proteſtanten ſeine Landsleute, Provengalen, Grund genug für ihn, um eine Lanze für ſie zu brechen mit den verhaßten Franzoſen.

Es war ein Glück für den Marſchall von Mirepoix, daß in dem Augenblick, da Herr Enguerrand ſein Couplet vollenden wollte, eins jener braunwangigen, blitzaugigen, ſchwarzhaarigen Mädchen der Provence in die Halle trat und in dem klangreichen poetiſchen Patois rief:Meſſire,

*) Herr Da Palice iſt todt, eine Viertelſtunde vor ſeinem Tode war er noch am Leben.

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