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Enguerrand von Lamalgue : der letzte Troubadour der Provence / von George Hesekiel
Entstehung
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wehete der Wind, der vom Meere kam, herein durch die hohen Fenſter, vor denen alte Ulmen ſtanden, behaglichen Schatten verbreitend im Gemach.

Im grünen Dämmerlicht ruhte Herr Enguerrand halb liegend auf ſeinem Polſter, die Laute hielt er im Arm und einzelne Töne klangen hinein in die vom Blüthenduft geſchwängerte Luft und je zuweilen erhob ſich leiſe die Stimme des Dichters, einen halben Vers ſingend und für ihn eine Melodie ſuchend oder ſchaffend. Herr Enguerrand war ein Kriegsmann, aber ſo unbeſtreitbar ſein Ruhm war als ſolcher, ſo fürchteten ſeine Feinde ſeine Lieder faſt noch mehr als ſein Schwert. Wo Enguerrand's Schwert nicht hinreichte, dahin traf der nie fehlende Pfeil ſeines Liedes und ſang er heut eines jener unübertroffenen Couplets, die in ihrer glatten Form und leichten Melodie den blutigſten Spott bargen, ſo ſangen es morgen ſeine Leute und übermorgen ſangen es die Schiffer am Strande und die Weinbauern auf den Bergen und die Bettler am Wege, und drei Tage darauf ſang's die ganze Provence, und wehe dem, dem der Pfeil galt, er konnte ihm nicht entgehen. Mit einem Liede hatte zwei Jahr früher En⸗ guerrand von Lamalgue des Königs Lieutenant in Pro⸗ venge, den Herzog von La Palice, aus dem Lande ge⸗ jagt; die Melodie war in Jedermann's Munde und war ſo verführeriſch zu ſingen, ſo verlockend, daß die Frau Herzogin, wie man ſagt, ſelbſt in Gegenwart des unglücklichen Herzogs, dem Reiz nicht widerſtehen konnte, das verführeriſche Lied zu ſingen, von dem uns leider nur der Refrain aufbehalten iſt. Dieſer Refrain lautete:

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