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Enguerrand von Lamalgue : der letzte Troubadour der Provence / von George Hesekiel
Entstehung
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II. Die Nacht vor Sanct Johannistag.

4 X m Abend vor Sanct Johannistag war's, ein

halbes Jahr nach dem Namenstage der ſchönen Meluſine von Luſignan, da liegt Herr Enguerrand nachläſſig auf einem Ruhebett in der kühlen Halle ſeines Schloſſes Cle⸗ mangis. Die Lamalgue gehörten zu den reichern Ge⸗ ſchlechtern der Provence, aber von Reichthum war wenig wahrzunehmen in der prunkloſen Halle; wo die Natur ſo reich und ſchön ringsum, da ſchmückt man die Woh⸗ nungen weniger, als im Norden. Waffen, Jagd⸗ und Fiſchergeräthe waren der kahlen Wände einziger Schmuck, die Simſe mit Büchern und Papieren bedeckt, die Tiſche und die Stühle alt und gebrechlich, die Spiegel geſprun⸗ gen und verblindet; nur der Schänktiſch war reich mit blankem Silber beſetzt, uralte Trinkbecher, Kannen und Schwenkkeſſel von trefflicher Marſeiller oder gar Floren⸗ tiner Arbeit, meiſt Erbſtücke von Vater auf Sohn ſeit un⸗ denklichen Zeiten bis auf dieſen letzten Enkel eines hoch⸗ berühmten Geſchlechts von Rittern und Troubadours ver⸗ erbt. Prunklos war die Halle, aber nicht öde, nicht traurig, holde Kühlung und ſüßen Akazienblüthenduft