ein Landsmann kommt auf weißem Roß, grün iſt ſein Kleid und weit war ſein Weg!“
Das Mädchen verſchwand, es hatte genug geſagt, Herr Enguerrand wußte, daß ein Diener der Luſignans, bezeichnet durch das grüne Kleid, ein Diener der Fürſtin von Tarent, bezeichnet durch das weiße Roß, zu ihm komme und zwar in großer Eile, denn die Bezeichnung, „weit war ſein Weg“ deutete nur die große Erſchöpfung von Roß und Reiter an. Herr Enguerrand erhob ſich raſch, der Diener trat ſtaubbedeckt ein.
„Willkommen auf Clemangis, Landsmann, ſag' Deine Botſchaft, Raoul! bring' Deinem Landsmann einen Becher Wein!“
Der Diener der Luſignan neigte ſich ſittig und ſprach: „Als die Sonne aufging, ließ mich die gute Dame rufen und ſprach zu mir: ſattle Dein Roß und reite hinab an's Meer, wo Meſſire Enguerrand von Lamalgue ſitzt auf ſeinem Schloſſe Clemangis, und ſage ihm nur dieſe Worte: wenn die Sonne am Sanct Johannistag hoch ſteht, harret die Dame ihres Ritters auf ihrem Schloſſe Montcorbeil. Das iſt meine Botſchaft, guter Herr!“
„Du biſt ein wackrer Bote, Landsmann,“ entgegnete der Ritter,„Dir und Deiner Liebe, die es war, die es iſt, oder die es ſein wird, bring' ich dieſen Trunk!“
„Die es ſein wird,“ ſprach der Diener, den Becher aus des Ritters Hand empfangend,„ich trinke auf das Wohlſein Eurer Dame, guter Herr, Eurer Dame, die es iſt!“
„Hab' Dank und ruhe Dich, Landsmann, ich bin früher doch zu Montcorbeil, als Du!“
„Die Liebe reitet ſchneller, als die Treue!“ 2*


