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ſchmale Hand der ſtolzen Dame demüthig, die ihr Haupt etwas niederneigte und mit lieblicher Freundlichkeit flüſterte: „Ihr wißt es ja, Enguerrand, daß Ihr keine treuere Freundin habt als mich!“ Solche Milde, wie ſich in dem Weſen noch mehr, als in den Worten der hohen Frau ausſprach, mochten Wenige nur der ſtolzen Wittwe von Tarent zutrauen, entzückt antwortete der Edelmann:„Und Ihr wißt's, Herrin, daß Enguerrand von Lamalgue Euer getreueſter Diener iſt und ſeine große Freundin wird ihm verzeihen, daß ſein heißes Blut mächtiger iſt zuweilen, als ſein Kopf!“
Vielleicht hätten dieſe beiden ſeltſamen Menſchen, denn dies waren Beide, noch länger mit einander geplaudert, in dem Moment aber wurden beide Thürflügel aufgeriſſen und herein traten zwei Herren, der Eine hoch, ſtolz und ſchön noch trotz des grauen Haares, das er in natürlich langen Locken trug, war in reicher Hoftracht und das breite blaue Band des Ordens vom heil'gen Geiſt hing mit dem ſilbernen Stern über ſeiner Bruſt, auf deren lin⸗ ker Seite mit weißer Seide geſtickt der Malteſerritter ernſter Orden prangte, das war der Herr des Hauſes, des ſchönen Böhmenkindes Oheim, der Bailli von Luſignan, Vidame von Coſſuerges, Großprior von Malta und Admiral von Languedoc. Der Herr aber, den er mit ſich brachte, der war über alle Maßen dürr und häßlich und grimmig blitzten ſeine grauen Augen hervor unter den buſchigten Brauen, eine gräßliche friſche Narbe, die breit über das ganze Geſicht lieſ, verſchönte ihn wenig, er trug den blauen Rock der Königlichen Marine von Frankreich mit goldenen Ankerknöpfen, das Ordenskreuz vom heiligen Ludwig im Knopfloch und ein kurzes, breites Schwert an goldenem
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