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Enguerrand von Lamalgue : der letzte Troubadour der Provence / von George Hesekiel
Entstehung
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Die Liebesgluth trocknet die Thräne, Die Thrän' löſcht die Liebesgluth aus.

Als Herr Enguerrand von Lamalgue dieſe gluthathmigen Verſe geſprochen, küßte er brünſtig den kleinen Fuß Me luſinens, deſſen zartes Fleiſch röthlich durch das durch⸗ brochene Gewebe des ſeidenen Strumpfes ſchimmerte. Un⸗ ter dem freudigen Zuruf der Vettern erhob ſich Meluſine von Luſignan faſt verlegen und ſprach:Meſſire En⸗ guerrand von Lamalgue, lieber Vetter, ich bin Euch ſehr dankbar für Eure Freundſchaft und Eure ſchönen Verſe und wenn Ihr ſo häßlich wäret, wie Alain Chartrain, ſo würde ich Eure Lippen küſſen, nein, meine Hand bekommt Ihr mit meinem Willen nicht zum Kuß, da Ihr meinen Fuß geküßt habt ohne meinen Willen. Die Dame zog ihre Hand zurück, der Ritter aber erhob ſich und trat be⸗ ſcheiden in den Hintergrund. Die Art von Cour, die man der Fürſtin von Tarent und ihrer ſchönen Nichte gemacht, ſchien vorüber, Diener in apfelgrünen Livreen und weißen Unterkleidern, ſchneeweißen Wolkenperrücken und Schnallen⸗ ſchuhen präſentirten in prächtigen ſilbernen Taſſen die glühend heiße Chocolate und den öligen, ſüßen blaßrothen Wein von Arbouville in geſchliffenen venetianiſchen Henkel krügen. Ja, es waren ächte Provençalen, an der heißen Chocolade würde ſich der Franzoſe unfehlbar die Lippen verbrannt und den edeln Arbouville würde er frevelnd mit Waſſer gemiſcht haben. Während dieſes Frühmals trat die Fürſtin von Tarent zu dem Herrn von Lamalgue. Meſſire Enguerrand, ſprach ſie leiſe,Ihr zürnt mir und ſeht doch ein, daß ich den eitlen Capitoul verſöhnen mußte, da ich die harte Antwort ahnte, die ihm Meluſine gab? Der Edelmann beugte leicht ſeine Knie, küßte die