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Enguerrand von Lamalgue : der letzte Troubadour der Provence / von George Hesekiel
Entstehung
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Coſſuerges; lingua volgare iſt das klingende Patois, in dem die Damen und die Herren hier in dieſem Kreiſe ſprechen, lingua volgare jenes ſtolze Glied der romaniſchen Sprachenfamilie, darin die Troubadours gedichtet, darin Bertran de Born, der Kampf⸗ und Sangheld ohne Gleichen, ſeine unſterblichen Sirventen ſang. Die Pronvencalen waren damals noch keine Franzoſen, ſie ſind's vielleicht noch heut nicht ganz, damals aber trugen ſie noch un

gebrochen ein ſtolzes Nationalgefühl im Herzen, froh ih

rer höhern Bildung ſchauten ſie mit einer Art von Mit⸗ leid auf die Franzoſen nieder, die ihnen faſt Barbaren ſchienen. Und die Luſignans zumal, ſie, die faſt Könige waren in der Provence, noch ehe ſie wirklich die Krone König Gottfrieds trugen von Jeruſalem auf der glückſeligen Inſel Cypern, der holden Göttin Cypris liebſtem Aufent⸗ halt, ſie waren durch und durch Provençalen. In der Fabel graue Zeiten verlor ſich ihres Geſchlechtes Anfang und Urſprung, ihr Ahnherr Gaſton Roger ward der Ge⸗ mahl der ſchönen Meluſine, der wunderholden Zauberjung⸗ frau, und nach ihr, die für die Stammmutter des edeln Geſchlechts galt, hatte Bertran von Luſignan ſeine einzige Tochter Meluſine genannt. Ja wohl, ein Zauber lag in dieſem jungen Weſen, das weiße Perlen nur im braunen Haar trug, nur weiße Perlen auf dem runden Haupte, dem Haupt, das nach dem Rechte hätte Königskronen tra⸗ gen müſſen, dem Haupt, um das die Zaubermähren klan gen von der Fee Meluſine und vor dem ſich Frankreichs ſtolzeſte Edelleute beugten.

Hieß der franzöſiſche Montmoreney der erſte Baron der Chriſtenheit, ſo nannten Frankreichs Adelsbücher frei⸗ willig den provencaliſchen Luſignan den zweiten chriſtlichen