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bekannt werden und in der That öffnen ſich eben die Flügelthüren am oberen Ende des Saales und Hand in Hand treten zwei Damen ein.
Die Größere von Beiden, eine hohe ſchlanke Geſtalt mit ſtolzer Stirn und prächtigen dunklen Augen ſchreitet in Purpurſammet und mit langer Schleppe einher, wie eine Königin, in's Haar geſlochten trägt ſie ein golden Krönlein, von dem rückwärts ein langer ſchwarzer Schleier niederwallt, das iſt die ſehr edle und ſehr mächtige Dame Irene von Luſignan, des Fürſten von Tarent und Herzogs von Latrimouille erhabene Wittwe. An ihrer Hand führt ſie das ſchöne Böhmenkind, unter dieſem Namen geſeiert von allen Dichtern jener Zeit; Wilhelm von Roſenberg, des heiligen römiſchen Reichs Graf und Oberſtburggraf von Böhmen, der reichſte und ſtolzeſte Edelmann in Ger⸗ manien, war der Gemahl einer Markgräfin von Branden burg; ſeine jüngſte und ſchönſte Tochten Margarethe, er gab ſie zur Ehe dem prächtigen Bertran von Luſignan, dem Bruder der fürſtlichen Wittwe von Tarent; es iſt ihres Bruders verwaiſte Tochter, die Irene in den Saal führt. Das ſchöne Böhmenkind trägt Perlen in dem lichtbraunen Haar, der ſchwarze Sammet ihres Trauer⸗ gewandes hebt die Weiße ihrer zarten Haut, das ſüße, blaue Auge hat ſie von der deutſchen Mutter, von ihr den zierlich blumenhaften Wuchs, von ihr die weiche Wange und die holde Röthe, vom Vater aber all' den ſtarren Stolz des beraubten Königsſtamm's, die fliegende Begei ſterung des franzöſiſchen Adelthums, die breite Stirn, di kleine Hand und von ihm auch jene Luſt an Poeſie und Dichtwerk, die ein ewig ſchönes Erbtheil aller Provengalen
denn Provencalen ſind's, die heut verſammelt im Hotel


