7
dung aus in der bunten, farbenprächtigen Geſellſchaft; der Aeltere von Beiden trug einen dunkelgrauen Reitrock mit ſchmalen Goldborten beſetzt, ungepudertes hellbraunes Haar, Halbſtiefeln mit goldenen Sporen und einen langen Rauf⸗ degen mit mächtigem Korbgefäß; ſein Auge war von jenem ſtupiden wäſſerigen Blau, das erſt Leben und Seele ver⸗ räth, wenn die Leidenſchaft drin aufflammt, dann aber vielleicht um ſo ſchöner iſt. Dieſer etwa ſechsunddreißig⸗ jährige Edelmann, der kriegeriſch genug ausſieht, bewegt ſich mit einem angenehmen natürlichen Anſtande unter den übrigen Anweſenden, deren allerdings feinere Hofmanieren ſeinem ſtattlichen und beinahe imponirenden Auftreten nur zur Folie zu dienen ſchienen. Neben ihm bemerken wir einen jüngeren Herrn in ganz ſchwarzer faltiger Kleidung, ein feines blaſſes Angeſicht, unter der Allongeperruque mit ſammetſchwarzen, klugen Augen hervorſchauend; die ſchwarze Tracht, ſowie die Anrede: Meiſter Jacques! verrathen uns den Edelmann von der Robe, das Mitglied einer jener mächtigen richterlichen Körperſchaften, die man damals Parlamenter nannte.
Die Geſpräche, die in dem Saal geführt werden, der ganze Ton, der in der Geſellſchaft herrſcht, läßt keinen Zweifel, daß wir einen Familienkreis vor uns haben, daß wir uns, wenn auch nicht unter Söhnen und Töchtern eines Vaters, ſo doch unter Sproſſen eines Stammes be⸗ finden. Wir bemerken nur noch, daß die franzöſiſche Sprache in der Unterhaltung häufig einem vollen, klang⸗ reichen Patois weicht, ja, daß von den„Franzoſen“ je zuwei⸗ len geſprochen wird, als ſeien dieſelben für die Verſammel⸗ ten eine völlig fremde und zwar ziemlich unbeliebte Nation.
Es iſt Zeit, daß wir mit dieſer Geſellſchaft näher


