von Chamblas, einer Seitenlinie des berühmten Hauſes Bethune, dem auch der große Sully angehörte— wie aber die von Chamblas in Beſitz des erwähnten Hotels gekommen, das wird ein freundlicher Leſer erfahren, wenn er ſich's gefallen läßt, die nachfolgende kleine Erzählung zu vernehmen:
Am 14. Januar im Jahre 1688 war's, als ſich um die Mittagsſtunde die beiden Flügel des Thores in der Prieſtergaſſe öffneten und eine vergoldete Kutſche nach der andern ſchwerfällig einfuhr in den Hof des Hotel Coſſuerges. So hieß damals der ſtattliche Edelſitz und Gaſton von Luſignan, Vidame von Coſſuerges, ein Enkelſohn des letzten chriſtlichen Königs von Jeruſalem und Cypern, hatte das Hotel etwa zwanzig Jahre früher erbaut.
Etwas froſtig ſah's aus droben im großen Saal, trotz der gewaltigen Holzſcheite, die in den rieſigen Ka minen loderten, aber die dort verſammelte Geſellſchaft und ihre Unterhaltung waren nicht froſtig, denn es gehörte in jener Zeit zum guten Ton, heiter zu ſein, angenommene oder wirklich üble Laune machten noch nicht intereſſant, im Gegentheil, man war ſo naiv, es unartig zu finden, wenn Jemand mit übler Laune in Geſellſchaft erſchien und namentlich Damen gegenüber erlaubte ſich kaum König Ludwig, der große Monarch, übler Laune zu ſein.
Es waren in dem Saal verſammelt etwa zehn ältere und jüngere Herren und nut zwei Damen mit hochaufgeſetztem Kopfputz, ſtattlichen Roben, geſchminkt in Weiß und Roth nach der Sitte der Zeit. Die Herren trugen gewaltige Perruquen, den Federhut im Arm, den Degen fallend und meiſt die reiche Hofcavaliertracht des damaligen Verſailles. Nur zwei Herren zeichneten ſich durch ihre einfache Klei⸗


