175
Grund und das Vorgefühl ihres ſo frühen Todes in der Blüthe der Jugend. Manche dunkle Ah— nung, die ihm früher zuweilen durch die Seele gezogen, wollte jetzt vor dieſem Bilde Farbe und Geſtalt annehmen. Aber er riß ſich gewaltſam los von dieſen erſchreckenden Gedanken, indem er ſich plötzlich an den Einfall klammerte, dieſes Bild ſei vielleicht nur die Phantaſie eines Malers, der das Portrait ſeiner Mutter geſehen, und darnach eine ſchmerzenreiche Madonna mit den entſpre⸗ chenden Eigenſchaften eines ſolchen Vorwurfs ge⸗ malt hatte. Haſtig wandte er ſich zu Ephraim, und rief mit ſcharfem Ton, gereizt von dem Feuer⸗ brand, den man mit dieſem Bild in ſeine Seele geworfen:„Wie kommen Sie zu dieſem Bilde, was wiſſen Sie davon?“— Er war in dieſem Augenblick nicht fähig dieſen Soldaten mit dem militäriſchen Er anzureden.
Ephraim war auf dieſe Frage gefaßt. Als er ſich mit dem Gedanken beſchäftigt, in welcher Weiſe er dem jungen Grafen ſein Geheimniß mit⸗ theilen müßte, hatte er ſich dieſe Frage als un⸗ vermeidlich vorgeſtellt und darauf ſeine Antwort vorbereitet.„Ich habe das Bild,“ erwiederte er


