Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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ſammentreffen dieſes Bildes mit einem ähnlichen Gemälde, das ich mitgebracht um es Ihnen an— zubieten.“ Während er ſprach, entrollte er die Leinwand vor den Augen des von ſeinen Worten betroffenen Hauptmanns.

Das ſprachloſe Erſtaunen des Hauptmanns, das Bild ſeiner Mutter im Beſitz eines gemeinen Soldaten ſeiner Compagnie zu finden, ging bald in tiefe Trauer über, als er die Leinwand Eph⸗ raim aus den Händen nahm, um das Bild ſeiner Mutter näher zu betrachten. Das war nicht das heiter lächelnde, frühlingsſonnige, kindliche Geſicht, mit welchem er ſeine Mutter in dem Portait aus der Villa zuerſt kennen gelernt, und mit dem ſie ihm ſein ganzes Leben durch wie ein freundlicher Engel vorſchwebte. Hier ſah er ſie, wie ſie ge— lebt in dem einzigen Jahre ihrer Vermählung, ſchmerzvoll, hoffnungslos. In dieſen bleichen durch⸗ ſichtigen Zügen, in dieſer nicht zu heilenden Schwer⸗ muth ihres Auges, dem die heiße Thräne nicht mehr fremd war, in dieſem ahnungsvoll bangen Blick auf das Kind zu ihren Füßen, dem die Lippen zitternd zu ſagen ſchienen:„Bald wirſt du verwaiſt ſein, armes Kindlein“— ſah er den