Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

173

Ephraim den Eindruck, als wenn Eveline ſelbſt in dem vollen Glanz ihrer Jugend aus dem Grabe erſtanden wäre; denn dieſes Portrait ſo wie es hier war, dieſe Leinwand ſelbſt ſammt ihrem Rah⸗ men war es, woran ſich das Geſchick von Men⸗ ſchen dieſſeits und jenſeits des Grabes knüpfte, die ihm ſo theuer geworden.

Der Hauptmann bemerkte bald, daß es das Portrait ſeiner Mutter war, welches den jungen Menſchen in ſo freudiges Erſtaunen verſetzte. Er hielt ſeine Aufregung für die Begeiſterung des Kunſtſinns, und fühlte ſich durch den Eindruck, welchen die Schönheit ſeiner Mutter machte, ge⸗ ſchmeichelt und gerührt. Er wandte unwillkürlich ſelbſt den Blick auf das Portrait, und— war es ſchmerzliche Erinnerung an die zu früh für ihn Verlorene, oder hatte ihn Ephraims tiefe Bewe⸗ gung mit ergriffen— eine Thräne ſchlich aus dem Auge dieſes ſtolzen Ofſiciers.

Ephraim bemerkte ſeine Bewegung und knüpfte daran große Hoffnungen.„Herr Hauptmann,“ ſagte er raſch um ſeine Rührung zu benützen,„die Schönheit dieſes Bildes iſt es nicht allein was mich ſo ergriffen, ſondern es iſt vielmehr das Zu—