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das höchſte im Judenthum, dauert von Abend bis Abend in ununterbrochener kirchlicher Feier. Die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag er⸗ tönen in der Synagoge feierliche Geſänge und Gebete in unermüdlicher Folge, um den Zorn des alten furchtbvren Gottes, der für die Sünden der Väter bis ins tauſendſte Geſchlecht Rache nimmt, zu bewältigen..
Im alten Paläſtina war das Feſt ein erha⸗ bener Verſöhnungstag voll poetiſcher Symbole. An dem Tage wurden die Sünden des ganzen Volkes auf das Haupt eines unglücklichen Bockes übertragen, und dieſer mit ſeiner Laſt in einen Abgrund hinabgeſtürzt. Dieſer Funktion verdankt wahrſcheinlich der Bock die bedeutende Rolle, die er in den ſpätern Hexengeſchichten ſpielt. Auch dürfte von dieſer Uebertragung der Sünden die ſchöne chriſtliche Mythe von dem Opferlamm ag- nus Dei herrühren, von dem einen erhabenen Men⸗ ſchen, der zur Rettung der ganzen Menſchheit ge⸗ opfert wurde. Aber die hypochondriſchen, trau⸗ rigen Rabbiner, die in der babyloniſchen Gefan⸗ genſchaft jeden heitern Fleck ihrer Religion mit grauer Farbe übertünchten, haben den ſchönen


