Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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waren blaß und faſt durchſichtig, auf ihren un⸗ ſchuldvollen Lippen ſchwebte eine tief rührende Trauer, und ihr halbverſchleiertes Auge war mit dem Blicke ſchwermüthiger Entſagung auf das Kind zu ihren Füßen gerichtet, das mit dem Kreuze ſpielte. Im Hintergrunde ſtand der Mönch als der Zimmermann der Bibel. Ephraim konnte ſich nicht trennen von dem Bilde; mit verſchlungenen Händen ſaß er, wie anbetend vor dem Bilde, in Trauer verſunken, und heiße Thränen ſtrömten aus ſeinen blauen, ſchwärmeriſchen Augen.

Der Mönch ſelbſt hatte dieſes Bild in einer an Wahnſinn grenzenden Aufregung gemalt, und als er es vollendet hatte, verfiel er in ein hitziges Fieber, das an ſein Aufkommen zweifeln ließ. Seit⸗ dem wagte er nicht mehr dieſes Bild anzuſehen, und verbarg ſelbſt die geſchloſſene Rolle unter Bü— chern, die er faſt nie benutzte.

Während Ephraim in ſeinem Stübchen in einem Meer von nie gekannten Freuden und Schmerzen ſchwamm, war ſein Name der Gegenſtand ſehr mißliebiger Bemerkungen in ſeiner Gemeinde. An dieſem Abend hatte das Verſöhnungsfeſt oder die ſogenannte lange Nacht begonnen. Dieſes Feſt,