Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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ſtehen, das ſchöne Bild des Weibes wiederzuſehen, das er mit Hülfe des Manuſkriptes auf ihrem Le⸗ benswege begleitet hatte.

Der Eindruck des Bildes war jetzt noch tiefer und bewältigender als in der Kloſterzelle. Eph⸗ raim empfand faſt dieſelbe Miſchung von Entzük⸗ ken und verzehrendem Schmerz, welcher der Mönch bei dieſem Anblick zu unterliegen pflegte. Eph⸗ raim kannte jetzt dieſes ſchöne Weib, das ihm beim erſten Anblick eine fremde und faſt ſeltſame Erſcheinung geweſen; er wußte jetzt ihren Namen, und über ſeine Lippen ſchlüpfte das Wort Eve⸗ line mit einer Innigkeit und Wehmuth, als wäre ſie ſeine eigene Geliebte geweſen. Die tiefe Stille und Einſamkeit ſeines Stübchens, der ſpärliche Schein ſeiner Studierlampe erhöhte die Erregbar⸗ keit ſeiner Phantaſte ſo mächtig, daß ihm das Biid faſt lebend erſchien. Ueberdies war Evelinens Ge⸗ ſtalt auf dieſem Blatte anders dargeſtellt als auf dem Gemälde im Kloſter. Dort war es das lieb⸗ liche Kind der Villa im weißen Kleid und blauen Band, den Strohhut auf dem Kopfe, und mit dem kindlichen Frohſinn auf dem holden Geſichte. Hier aber war ſie als Madonna dargeſtellt; ihre Züge