Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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ſo viel Kraft gewonnen, daß er ſich erheben und durch das Zimmer ſchreiten konnte. Plötzlich blieb er vor Ephraim ſtehen, und betrachtete ihn mit einem furchtbaren Flammenblick. Ephraim hatte ihn noch nie ſo ſchrecklich erhaben geſehen, er fragte ſich ob das derſelbe Mann ſei, der vor wenigen Minuten ohnmächtig zuſammenbrach. Seine Stimme ſchnitt Ephraim tief ins Herz, ſo heftig zitterte darin Haß und Schmerz.

Jüngling, ſagte der Mönch,die Leiden des Lebens ſind dir bis jetzt nur erſchienen wie fernes Gewitterrollen. Nur im Traume haſt du das Trei⸗ ben der Welt geſehen. Heute hat dein Ohr zum erſten Mal an der Bruſt eines Menſchen das Aech⸗ zen und Pochen eines wundgeriſſenen Herzens ge hört, und wie ich aus deinem ſtarren Blick und deinen bleichen Zügen ſehe, wird dieſer ſchreckliche Laut lange in deiner Seele forttönen. Du haſt hier das Bild eines der herrlichſten Weſen der Schöpfung geſehen; ihr Anblick hätte den Ruch⸗ loſeſten zu beſſeren Gefühlen bekehrt, in ihrem Herzen wohnte Liebe genug um tauſend Unglück⸗ lichen zu helfen ſie iſt ein Opfer des Vorur⸗ theils und niedriger Ränke von Perſonen geworden,