Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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und Sohn ins Auge und ins Herz faßten, um ſchlang ihre Seelen ein innigeres Band, als ſie bisher verbunden hatte. Wenn zwei Männesrher⸗ zen in einer Thräne zuſammenſtrömen, dann ſchmilzt die Kieſelrinde, welche zwiſchen ſtarken Seelen noch trennend liegt, wenn längſt ihre Geiſter im Ge⸗ dankentauſch elektriſch zuſammengreifen. Dann knüpft ſich eines jener ſeltenen erhabenen Bünd⸗ niſſe, die der Zahn der Selbſtſucht nicht benagen kann, da Opfer und Hingebung deren ſchönſte Freudenfeſte bilden.

Mit ſicherem Vertrauen konnte der Mönch jetzt den ſchweren Gram ſeines Herzens erleichtern, in⸗ dem er einen Freund an der Laſt mittragen ließ; er hatte nicht mehr zu befürchten, daß ſein Weh weniger tief empfunden würde, als es in ſeiner eigenen Seele wühlte. Nicht wenig tröſtlich war ihm überdies der Gedanke, das Herz des Jüng⸗ lings zu erſchüttern, deſſen unbefangener Geiſtes⸗ ruhe gegenüber er ſich mit ſeinen innern Stürmen zuweilen noch mehr vereinſamt fühlte, als zu der Zeit, da ſeine Zelle noch von keinem fremden Fuß betreten war. Er fragte ſich jedoch, ob er nicht einem geheimen Zug von Selbſtſucht gehorche,