Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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lich zum Menſchen: Dein Recht und deine Pflicht liegen nur in deiner eigenen Natur, ſie gehen von dir aus und kehren zu dir zurück, ſo iſt jedem der nöthige Blick, die ſichere Kraft zum Leben ge boten.

Und wie lautet Recht und Pflicht? rief Ephraim mit Wärme.

Frage deine eigene Seele, erwiederte der Mönch,frage die Geſchichte aller Zeiten, du findeſt überall Ein durchdringendes Bedürfniß: die Sehnſucht nach dem höchſten Glück. Dieſe Sehnſucht erfand die Vorſtellung eines ehemaligen Paradieſes, eines goldenen Zeitalters und eines künftigen ſeligen Lebens. Aber was iſt Glück? Wenn wir Alles zuſammenfaſſen was dauernd erfreut, ſo wäre Glück die Verſchmelzung von Liebe, Thätigkeit, Erkenntniß. Dieſes höchſte Glück zu erreichen iſt des Menſchen Recht. Dieſes Recht kennt keine Grenzen als das gleiche Recht des Andern. Aus der Anerkennung dieſer Grenze fließt die Pflicht. Der geſelſſchaftliche Vertrag kann nur auf dieſes Recht und dieſe Pflicht be⸗ ruhen; er ſtellt die Linie zwiſchen den gleichbe⸗

rechtigten Strebungen feſt, als Geſetz. Dieſe

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