Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Es bot einen intereſſanten Anblick, wenn Vater und Sohn ſich zuweilen am Tiſche gegenüber ſaßen; der alte Laſtträger mit ſeiner vierſchrötigen Ge— ſtalt, dem knochigen gebräunten Geſicht, der dick⸗ häutigen Stirne und dem ſtarken rauhen Kinn das nur einmal die Woche raſirt wurde, und ge⸗ genüber der ſchlanke Jüngling mit den feinen durchgeiſtigten Zügen, dem ſanften Munde und den halbverſchleierten Augen, in welchen eine Flamme brannte rein und geheimnißvoll wie die ewige Lampe vor dem Altare. Oft wenn Ephraim ſei⸗ nen Vater müde und ſtaubbedeckt oder von Regen durchnäßt nach Hauſe kommen ſah, ſagte er einige Worte, indem er wehmuthsvoll den Blick nach oben richtete. Der Alte verſtand nicht den In⸗ halt und hielt es für einen Segensſpruch; es war dies aber jenes kurze Gebet, welches die ganze Zerknirſchtheit und die entſagungsvolle Unterwer⸗ fung der Ascetik ausdrückt, die vom Judenthum in die Chriſtenlehre übergegangen iſt. Das Ge⸗ bet lautete ungefähr:„Gelobt ſei der Herr, Tag für Tag bürdet er uns Laſten auf!“