Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Leben

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lebelang ſtets bereit liegen haben.— Wenn die letzte Schaufel Erde auf den feierlichen Ruf des Todtengräbers auf ein Grab geworfen worden iſt, muß alle Welt raſch entfliehen; denn nun beginnt tief unten im Grabe eine Unterredung zwiſchen dem Todesengel und dem Todten, und wehe dem Erdenkinde das einen Laut davon vernimmt, ſeine Stunden wären gezählt. Keine Nation malt den Todesengel als eine liebenswürdige Perſönlichkeit, aber der jüdiſche Todesengel iſt die fürchterlichſte Figur aller Mythologien. Er hat nicht weniger als tauſend gräßliche Augen, keine Spur von En⸗ gelsfittigen, und in ſeiner dürren knochigen Hand trägt er jenes häßliche lange Meſſer, mit dem bei dem Volke Gottes die Ochſen geſchlachtet werden.— Wenn die Gemeinde ihre Trauer- und Buffeſte feiert, bleibt es auch draußen im„Hauſe des Le⸗ bens“ nicht ſtille; die Gräber öffnen ſich dann um Mitternacht, die unterirdiſchen Bewohner treten im Leichenhabit zuſammen, und wer es wagen würde um dieſe Zeit dem Platz nahe zu kommen, wollte nach den Stimmen, die ſein Ohr träfen, glauben müſſen, er befände ſich in der Nähe einer Synagoge.

Unter ſolchen Umſtänden war es kein Wunder,

J. 13