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Widerwillen daran, daß ſie andern Tages dem Maler wieder ſitzen ſollte. In der Tiefe ihrer Seele regte ſich ſogar der leiſe Wunſch die Fort⸗ ſetzung des Momentes zu erleben, der ſo neu und geheimnißvoll in ihrem jungen Leben aufgegangen. Dieſer Wunſch war jedoch nicht ſtärker und nicht wärmer als der Wunſch das zweite Kapitel einer ſchönen Erzählung zu leſen, deren erſtes Kapitel die Umriſſe einer intereſſanten Perſönlichkeit ge⸗ zeichnet oder eine ſpannende Situation angeknüpft.
Hätte die alte Gräfin ihrer Tochter jene ſorg— fältige mütterliche Aufmerkſamkeit gewidmet, die mit feinem Ohr jeden Pulsſchlag des Herzens be⸗ lauſcht, mit geübtem Auge jeden Hauch, der über das Geſicht des Kindes zieht, prüft und erforſcht; ſie würde gewiß ihrer Tochter ein Buch vorſichtig entzogen haben, deſſen erſtes Kapitel einen ſo ge⸗ fährlichen Eindruck auf die junge Phantaſie aus⸗ geübt. Die alte Gräfin hatte Erfahrung genug
um zu wiſſen, daß Neugierde und Geheimniß in
einer ſo jungen Seele jenen zauberhaften Strahl erzeugen, der plötzlich wie der Funke im Stein erwacht. Sie hatte ſelbſt genug geliebt, um die ganze Geſchichte jenes wunderbaren Gefühls zu


