Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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nommene Leinwand, und als ſie ſie in einer Ecke des Salons entdeckte, flog ſie haſtig darauf zu, wendete ſie neugierig um, und blieb erſtaunt und ſinnend davor ſtehen.— Die Leinwand war ganz blank, nicht einen Strich hatte der Maler darauf geführt.

Eveline erinnerte ſich jetzt, daß des Malers Auge träumeriſch und wie geiſtesabweſend wäh⸗ rend der ganzen Sitzung unverwandt auf ſie ge⸗ richtet geweſen; wenigſtens begegnete ſie ſtets ſeinem großen ſtarren Auge, ſo oft ſie den Blick auf den Maler richtete. Seine rechte Hand war durch die Leinwand verdeckt, ſo daß ſie nicht ſehen konnte, ob ſie das Werk förderte. Dieſer fortwährend auf ſie gerichtete Gluthſtrahl ſeines Auges ſchien es ihr jetzt geweſen zu ſein was ſie ſo beklommen machte, daß ſie in der Friſche und Einſamkeit des Parkes Erholung ſuchen mußte. Und doch erwachte kein

Groll in ihrer Bruſt wegen des leiſen Schmerzes,

den ſie jetzt dem unverwandten Blick des jungen Mannes zuſchrieb; dieſer Schmerz hatte nicht die geringſte Aehnlichkeit mit der peinlichen empören⸗ den Empfindung welche freches Angaffen einer Dame verurſacht. Sie dachte ohne Angſt, ohne