Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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dem künftigen Gemahl, den ſie bereits auserkoren, überlaſſen zu können. Für die kurze Zwiſchenzeit mochte ſie dem Fräulein keine Gouvernante bei⸗ geben; ſie hatte einen Widerwillen gegen die Auf⸗ nahme einer neuen Perſon, beſonders eines Frauen⸗ zimmers in ihrem Hauſe bei dem jetzigen Bedürf— niß nach Stille und Einſamkeit. Auch wußte der deſignirte Gemahl, ein routinirter Weltmann, ihr vielen Dank für die künſtlich erhaltene Kindlichkeit ihrer Tochter, welche durch Gouvernanten⸗Erzie⸗ hung nur geſtört werden konnte.

Ueberdies pflegt der Adel, ſobald er die Land⸗ wohnung auf ſeinen Gütern bezogen hat, ſich einer unbegrenzten Freiheit zu überlaſſen; denn hier fühlt er ſich frei von der gegenſeitigen ſchar— fen Beobachtung ſeines Standes, und unterhalb dieſer Region gibt es für ihn weder Beifall noch Tadel. In der Stadt hätte die Gräfin, der Sitte ſtreng gehorſam, nur in ihrer Gegenwart das Fräulein dem Maler ſitzen laſſen. Auf dem Lande konnte man den langweiligen Zwang fallen laſſen. An eine Gefahr für das Herz ihrer Tochter fiel der hochariſtokratiſchen Dame nicht im entfernteſten ein zu denken. Sie hatte ſich auch nicht weder