Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Guſtav Roſe war kein Neuling in der ſchönen Welt, Anmuth und Liebreitz ſind für das Auge eines Wieners nichts Seltenes; aber noch nie hatte er eine ſo bezaubernde Miſchung von kindlicher Unbefangenheit und himmliſcher Heiterkeit mit dem geheimnißvollen Ernſt der Jungfrau geſehen, we⸗ der in einem Kunſtwerk noch im Leben. Ihre Formen hatten weder die Fülle welche die Sinne gefangen nimmt noch das Eckige und Ungelenke großer Jugend. Es war Pſyche's ſchlanke ſchwe⸗ bende Geſtalt. Sie bewegte ſich ſo keuſch, ſo un⸗ bewußt und mühelos, als wären ihre Glieder nicht aus dem ſchwerfälligen irdiſchen Stoff gebaut, und in ihrem fein geſchnittenen Geſicht milderte ein lebensfroher Ausdruck der friſchen Lippen und die ſanfte Röthe der Wangen die Kälte des reinen Blickes ihrer hellblauen durchſichtigen Augen.

Der junge Maler hätte ſich bis zum letzten Athemzug in der Anſchauung dieſes himmliſchen