4.
Während der junge Maler dieſen Gedanken nach⸗ hing, in welchen ſein bisheriger Geſchmack mit einer neuen Kunſtrichtung kämpfte, öffnete ſich die Thüre des Salons und das Geräuſch weckte ihn aus ſeinen Träumen. Eine junge Dame trat herein, warf einen flüchtigen Blick auf den in ſeiner Ecke des Saales ſitzenden jungen Mann, und ſchritt dann raſch vor bis zu der Glasthüre die auf die Terraſſe führte. Sie ſah ſich ver⸗ wundert um als fände ſie nicht, was ſie erwartet hatte und ſagte dann halb gegen Roſe gewandt, der ſich von ſeinem Sitz erhoben hatte:„Man ſagte mir, der Maler erwarte mich.“
Beim erſten Anblick der jungen Dame glaubte
der phantaſiereiche Jüngling nicht anders, als daß
die Muſe der er huldigte, in den Streit ſeiner Gefühle entſcheidend eingetreten wäre um ihn auf dem bisher eingeſchlagenen Wege des Guido Reni


