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3.
Als der junge Maler in der Villa V. vor den breiten marmornen Stufen ſtand, die in die obern Zimmer führten, fühlte er ſich ſeltſam beklommen und verlegen. Es war das erſtemal, daß er mit der hochgebornen Kaſte in unmittelbare Beziehung treten ſollte. Dieſe ſtolze glänzende Kaſte hatte er bisher nur auf der Straße geſehen, wo ſie in prächtigen Wagen wie der Blitz vorübereilte, oder bei feierlichen Aufzügen des Hofes, wo ſie wie die Götter der Erde auftrat innerhalb einer eiſer⸗ nen Mauer von Bajonetten, oder in der Oper wo ſie in eigenen Logen ſaß, unnahbar für den Plebejer, in Prachtgewändern und von Edelſteinen blitzend.
Der Wiener haßt den Adel nicht, da dieſer ihm nicht mit beleidigendem Hochmuth entgegen⸗ tritt. Er hegt ſogar eine gewiſſe patriarchaliſche Vorliebe für eine Kaſte, deren Glanz der ſüdlichen


