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„hat ihre Kunſt; unſer bürgerliches Kleinleben findet ſeinen künſtleriſchen Ausdruck im Genrebild, und wenn wir der Nachwelt mannigfaltige Fa⸗ milienſcenen, Wirthshaus⸗ und Dorfbilder und eine Anzahl Porträts hinterlaſſen, haben wir ihr die Geſchichte unſerer Zeit überliefert.“
Dieſer Anſicht, dunkel oder klar, folgten die meiſten Wiener Maler. Guſtav Roſe unterſchied ſich nur in Einem von dem größten Theil ſeiner Kunſtgefährten. Während Andre in den Bier⸗ häuſern der Vorſtädte, in der elenden Wohnung des Taglöhners und in den Herbergen der Wohl⸗ luſt nach Modellen jagten, trachtete ſein zarter Geſchmack und ſeine Neigung feinere ſeeliſche Zu— ſtände im äußeren Ausdruck zu erfaſſen, in die Häuſer des Adels zu kommen, wo er noch Reſte von Ritterlichkeit, edlen Stolz und Schwung des Gefühls zu finden hoffte.
Dieſer Wunſch wäre für einen noch wenig bekannten Maler, wie Roſe, nicht leicht zu befrie⸗ digen geweſen; aber glücklicherweiſe erfreute er ſich eines mächtigen einflußreichen Gönners, auf deſſen Empfehlung er große Hoffnung ſetzte. Die⸗ ſer Gönner war ſein Oheim, ein alter, ſcheinbar


