Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Einen Augenblick ſchien es, als wollte der An⸗ des Jammers in dem die unglückliche Frau

rſunken war, den furchtbaren Zorn des Mönchs beſänftigen. Er neigte ſich herab gegen die Kniende, die lodernde Gluth ſeines Auges milderte ſich im Düſter der Trauer, ſeine Lippen bewegten ſich ſanfter, als ſuchten ſie ein Wort des Beileids. Aber dieſer ſchmelzende Hauch der Theilnahme er ſtarb bald unter dem Gegendruck einer aufwallen⸗ den Erinnerung, die ſo heftig war, daß der Mönch entſetzt zurückfuhr, als hätte er eine Natter hinter Roſen erblickt, und mit einem wilden Schrei ſtürzte er in die hinter dem Altar befindliche Sakriſtei.

Schnell wie der Gedanke war ihm die Dame nachgeeilt, aber der Riegel wurde von innen vor⸗ geſchoben, als ſie die Klinke der zugeworfenen Thüre faßte.

Unbeweglich und ſtarren Blickes blieb ſie an der Thüre ſtehen. Ihr Herz war auf den Tod getroffen, ihr Leben beſchloſſen und nur mechaniſch athmete ihre Bruſt noch weiter. Eine geraume Zeit ſtand ſie da verſteinert wie eine Bildſäule. Ihre erſtarrte Seele war keiner Ueberlegung kei⸗ ner Gedankenverbindung fähig, Zeit und Raum