296 Itriegsſrenen.
krochen. Unterweges traf ich den Regimentsarzt an, der die Verwundeten verband; ich bewog ihn, ſein Geſchaͤft fuͤr's erſte abzubrechen, mir zu folgen, und meinem Freunde augenblicklichen Beiſtand zu lei⸗ ſten. Wir ſanden ihn auf einer Matraze liegend, mit geſchloſſenen Augen, ohne Beſinnung.
«Guter Gott!“ rief ich bei dieſem Anblick:«was hat ſich zugetragen? Sie verwundet, liebſter R.: wo?“
Er konnte nicht ſprechen, und kaum mit der Hand nach der Seite hinweiſen.
— Erlauben Sie, Capitaͤn R.!— ſagte der Wundarzt.— Ich habe keine Minute zu verlieren, und alle Haͤnde voll zu thun. Druͤben liegen eine Menge Verwundeter, Offiziere und Gemeine.—
«Ach! lieber Doktor, ſind Sie es?“ ſprach der Leidende mit ſchwacher Stimme, die Augen zum er⸗ ſten Mal aufſchlagend.„Wie guͤtig! wie menſchen⸗ freundlich! Kuͤmmern Sie ſich nicht um mich; eilen Sie, eilen Sie zu meinen Waffenbruͤdern; auf mich kommt wenig oder nichts an; mit mir iſt es aus! alle Huͤlfe zu ſpaͤt, alle Kunſt verloren. Ich bin eine Leiche— Setzen Sie aber nicht in Ihrem Be⸗ richt todt; ich moͤchte meinen Freunden keinen ſo ploͤtz⸗ lichen Schreck verurſachen. Setzen Sie gefaͤhrlich verwundet.“
— Ich kann gar nichts angeben, bis ich die
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