Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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Capitän X. 295

Nach dieſem Sturm hatten wir manches ſchwere Scharmuͤtzel zu beſtehen. Capitaͤn R. war oft mit uns auf dem Platze, nur konnte ich ihn vor dem vielen Rauche nicht erkennen; ein einziges Mal gelang es mir, mich zu uͤberzeugen, daß er zugleich Takt und Taktik beſitzen muͤſſe; er ſtand naͤmlich, ſein Perſpectiv in der Hand, bald hinter einem Baum, bald in einer Vertiefung, den Blick unverwandt auf den Feind ge⸗ richtet, und mit großer Kaltbluͤtigkeit mir und den anderen Subalternoffizieren, abwechſelnd zum Vorruͤk⸗ ken und zum Ruͤckzug Befehl gebend, je nach den Umſtaͤnden.

Als ich einſt bei'm Sturmlaufen, mit meinen Scharfſchuͤtzen auf einen verlornen Poſten detaſchirt war, wo es am heißeſten herging, haͤtte den Capi⸗ taͤn R., den ich hinter mir zuruͤckließ, beinahe ein großes Ungluͤck betreffen koͤnnen; ich erfuhr naͤm lich, als ich mich nach beendigtem Auftrag dem Re⸗ giment wieder anſchloß, daß er aͤngſtlich nach mir gefragt, und mich dringend zu ſich entbieten laſſen. Mir wurde beſtellt: ich moͤchte unverzuͤglich zu ihm kommen; er habe allen Grund zu fuͤrchten, daß er den Tag nicht uͤberkeben wuͤrde; ſein Tod ſei unver⸗ meidlich. Ich eilte nach dem Quartiere, welches er in einem Haͤuschen dicht unter dem Walle genom men; mit vieler Muͤhe, hieß es, ſei er bis dahin ge⸗

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