Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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290 Itriegsſrenen.

ein ſo melancholiſches Gefuͤhl, daß die angeſtrengteſten Bemuͤhungen meines Freundes und ſeines Genoſſen, es umzuſtimmen, vergeblich waren. Der Tag verging mir wie ein Tag der Trauer, die darauf folgende Nacht wie eine Trauernacht. Philipp hingegen gehorchte, als am Schluſſe des Mahls die Flaſchen wieder um gingen, der Stimme der Begeiſterung, die aus ihnen floß, war luſtig und guter Dinge, fand ſeine natuͤr⸗ liche Lebhaftigkeit wieder; doch wollten ſeine Geſchich⸗ ten nicht ſchmecken und ſchienen ihre liebliche Friſche verloren zu haben: die drolligen klangen nicht mehr drollig; die ernſten waren ernſter und truͤber als vor⸗ hin. Was mich betraf; ſo war es mir unmoͤglich in die paar Stunden naͤchtlichen Freudenrauſches eines Ungluͤcklichen einzuſtimmen, deſſen Lage ſo durchaus troſt⸗ und freudenlos war; und als ich fand, daß die Verlaͤngerung meines Beſuchs mein Misbehagen nur vermehren muͤſſe, ſo entſchloß ich mich am dritten Morgen aufzubrechen, mit dem Verſprechen, und dem feſten Vorſatz es zu halten, in kurzem wieder bei Philipp einzuſprechen, zumal da ich ihn nicht ohne Hoffnung verließ, meinen Entwurf, ihn aus der trau⸗ rigen Einoͤde, worin er verkuͤmmerte, heraus zu gra⸗ ben, und in einen freundlicheren, geſelligeren Boden zu verſetzen, verwirklichen zu koͤnnen.

Philipp ſchuͤttelte mir bei'm Abſchiede herzlich die Hand; ich mußte ihm verſprechen, bald wieder zu kom⸗