Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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Die ltloſter⸗Zelle. 69

gleich ſtellte er ſich ganz nahe an's Portal, doch ſo, daß man ihn nicht ſehen konnte. Das Thor ward mit der groͤßten Eile geoͤffnet und wieder verſchloſſen. Der angſtvolle Amerikaner erblickte ſeinen Freund, freute ſich innig uͤber deſſen Ruͤckkehr aus dieſem ge⸗ fahrdrohenden Orte, und ward nur durch das Ge⸗ fuͤhl der Schicklichkeit abgehalten, auf der Stelle vor⸗ zutreten, und ihm Gluͤck zu wuͤnſchen. Doch draͤngte er ſich dicht hinter ihn und bemerkte, daß ſein Freund ſchnell vorwaͤrts eile, doch nicht mit der leichten und fluͤchtigen Bewegung, die ihm ſonſt eigen war. Im— mer weiter ſchreitend, entdeckte er auch jetzt zu ſeinem großen Staunen, daß jener unter dem Mantel auf der Schulter eine ſchwere Laſt trug, die ihrer Laͤnge und Geſtaltung nach, ſo viel er davon unterſcheiden konnte— ein menſchliches Weſen ſeyn mußte.

Dieſe Entdeckung, oder vielmehr dieſe faſt ge— wiſſe Vermuthung machte ihn im hoͤchſten Grade beſtuͤrzt. Die Unklugheit und Gefahr, dieſe Nonne zu entfuͤhren, und ihrem Reiſeplane auf dieſe Art eine voͤllig abgeaͤnderte Richtung zu geben, ſchien eben ſo unuͤberlegt und unbeſonnen als unverzeihlich. Doch bald hatte das Freundesherz, zum Vergeben geneigt, den erſten Verdruß uͤberwunden, und er beſchloß den Bewegungen des Vorausgehenden ganz in der Naͤhe zu folgen, um zu ſehen, was deſſen Plan und Ab⸗ ſicht ſey. So ging er denn nahe genug hinter ihm